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Republik in Nordosteuropa, 338 145 km², 5,2 Mio. Einwohner, Hauptstadt Helsinki.
Land und Leute
Finnland ist reich an Wäldern, Seen und Mooren, es ist in 5 Landschafträume gegliedert: 1. die am dichtesten besiedelte südfinnische Küstenebene mit der Hauptstadt, 2. die rund 1 000 km lange in Süd-Nord-Richtung verlaufende Bottnische Küstenebene längs des Bottnischen Meerbusens mit den vorgelagerten Schären und den Ålandinseln, 3. die aus fast 60 000 Seebecken bestehende Finnische Seenplatte im Landesinneren mit ihren stromschnellenreichen Flüssen, 4. das von der Grenze zu Russland durchschnittene Mittelfinnische Bergland im Norden der Seenplatte mit kahlen Hügeln und Mooren, 5. das dünn besiedelte Übergangsgebiet von Wald zu Tundra in Nordfinnland jenseits des Polarkreises.
Wirtschaft
Forst- (Flößerei) und Landwirtschaft (Renzucht, Milchwirtschaft, Getreide u. a.) dominieren auch im modernen Finnland mit seinen Bodenschätzen (Zink, Kupfer, Nickel, Titan, Blei, Kobalt u. a.) und seiner hoch entwickelten chemischen und Papierindustrie. Auch der Fahrzeug- und Maschinenbau ist wettbewerbsfähig, der Fremdenverkehr wächst. Finnland gehört der EFTA an.
Geschichte
Selbstständig ist Finnland erst seit 1917. Die Zeit zuvor wurde geprägt von wechselnden Fremdherrschaften. Seit der Annexion durch Schweden 1238 war das Land ein Zankapfel zwischen Schweden und Russland. Im Schlepptau Schwedens wurde Finnland daher im 16. Jh. protestantisch und blieb es auch nach der russischen Besetzung 1713–21 und nach der Annexion 1809. Russifizierungsbemühungen scheiterten am zähen Widerstand der Finnen, die im 1. Weltkrieg die russische Schwäche nutzten und die Unabhängigkeit proklamierten. Stalin versuchte im "Winterkrieg" 1939/40 das Rad zurückzudrehen, erreichte aber nur einen halben Sieg. Im 2. Weltkrieg schloss sich Finnland den Deutschen gegen die UdSSR an und geriet so mit in die Niederlage. Fortan mühte sich Helsinki, den russischen Nachbarn nicht mehr zu reizen, betrieb vorsichtige Neutralitätspolitik und ging erst nach Beginn der Reformpolitik von KPdSU-Chef Gorbatschow (seit 1985) auf klaren Westkurs (1989 Mitglied des Europarats). Ökonomisch erfolgreich und durch die lange Regierungszeit von Präsident Kekkonen (1956–82) politisch stabil, spielt Finnland in der internationalen Politik eine beachtliche Rolle. In Helsinki wurden die SALT-Abrüstungsverhandlungen der Supermächte geführt, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) begann hier 1973–75 ihre erfolgreiche Arbeit ("Schlussakte von Helsinki"). Seit 1995 ist Finnland Mitglied der EU und 1999 als einziges skandinavisches Land dem Eurogebiet beigetreten.